Sprechangst überwinden bedeutet, Nähe zu sich selbst aufbauen und aushalten

Sprechangst ist die Angst vor Nähe. Von Sprechangst Betroffene können das Gefühl der Aufmerksamkeit von anderen Menschen nicht aushalten, weil es ihnen nicht vertraut ist. Im Grunde genommen aber sind sie sich selbst gegenüber nicht nahe und nicht aufmerksam genug, weil ihnen in der Kindheit nicht gezeigt wurde, wie das geht. Was nicht bedeuten muss, dass sie es nicht können.

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Sprechangst überwinden bedeutet,Nähe zu sich selbst aufbauen und aushalten

Wenn Sie Ihre Sprechangst überwinden möchten, müssen Sie lernen, Nähe von anderen Menschen aushalten zu können.

Menschen haben ganz unterschiedliche Ängste. Manche fürchten sich vor dem Fliegen oder dem Autofahren. Andere haben Angst in engen Räumen, fürchten sich vor harmlosen Spinnen oder bekommen ein ängstliches Gefühl, wenn sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Menschen stehen.

Von Angst Betroffene können bestimmte Maßnahmen treffen, um mit ihren Ängsten zu leben. Wenn jemand unter Höhenangst leidet, kann er in einer Wohnung im Erdgeschoss wohnen. Der Aviophobiker fährt mit der Bahn. In Deutschland muss sich jemand mit einer Schlangenphobie nicht wirklich Sorgen über seine unbegründete Angst machen. Aber was ist mit Menschen, die sich vor Menschen fürchten? Geht man Menschen aus dem Weg, weil man Angst vor sozialen Interaktionen hat, verdammt man sich selbst zu einem isolierten Leben. Das macht es Menschen mit Sprechangst besonders schwer, ihre Angst zu akzeptieren.

Viele Menschen kennen das aufgeregte Gefühl, wenn Sie vor anderen sprechen sollen. Manche Menschen sind aber auch schon aufgeregt, wenn sie nur mit einer Person sprechen sollen oder möchten. Die unangenehmen Gefühle können sowohl von einem einzelnen Gesprächspartner als auch von einer Gruppe von Menschen hervorgerufen werden.

Menschen, die unter Sprechangst leiden, haben in den meisten Fällen Angst in bestimmten Situationen. Deshalb könnte man die Angst auch als Sprechsituationsangst bezeichnen. Die Angst tritt bei Ihnen erfahrungsgemäß immer in ganz bestimmten Situationen auf.

Folgende Situationen können bei Betroffenen Angst erzeugen und werden deshalb vermieden bzw. unterdrückt:

  1. vor Gruppen sprechen
  2. mit autoritären Personen sprechen
  3. mit unbekannten Person sprechen
  4. eigene Bedürfnisse offen zu kommunizieren
  5. Wünsche offen zu äußern
  6. Forderungen von anderen ablehnen
  7. offen Kritik äußern
  8. über eigene Gefühle sprechen
  9. Smalltalk
  10. in Fachgruppen diskutieren
  11. an Diskussionen teilnehmen
  12. in Meetings aktiv werden

Ob man nun von Redeangst, Sprechangst, Lampenfieber, Publikumsangst oder Redehemmung spricht, ist für den inneren Prozess, der die Angst erzeugt unerheblich.

Die psychologische Definition von Sprechangst

Sprechängste sind erlernte, flüchtig oder andauernd auftretende Befürchtungen und sorgen, gefühlsmäßige oder körperliche Reaktionen auf vorgestellte oder tatsächlich zu vollziehende „Leistungen“ (vortragen, vorsprechen, rezitieren, vorsingen, sich vorstellen, diskutieren usw.) vor einem imaginären oder realen Publikum. (Kriebel 2014)

Sprechangst ist weit verbreitet

Angeblich sollen 30 % aller Menschen unter Sprechangst leiden. Sprechangst ist in der Psychologie eine leichte Form der Sozialangst.

Die krankhafte Ausprägung der Sprechangst bezeichnet man als Logophobie.Bei dieser extremen Ausprägung der Sprechangst wird das öffentliche Sprechen konsequent vermieden.

Die Übergange zwischen normaler Aufgeregtheit und Logophobie sind fließend und schwer abzugrenzen.

Alle Formen soziale Ängste haben einen gemeinsamen Nenner: Betroffene können die Nähe von anderen Menschen nicht ertragen.

Der Volksmund bezeichnet dieses Phänomen auch als Redeangst. Sprech-oder Redeangst hat nichts mit dem klassischen Lampenfieber gemeinsam. Lampenfieber kann nämlich durchaus sehr hilfreich sein, da es wie ein positiver Adrenalin-Stoß vor einem Vortrag oder Auftritt wirkt.

Sprechangst hingegen kann den Sprecher komplett blockieren. Betroffene berichten, dass sie ohne Schwierigkeiten Freunden etwas erzählen oder berichten können. Bei einem fachlichen Vortrag jedoch Tage oder Wochen vorher durchaus eine Panik entwickeln können, weil sie Angst haben sich zu blamieren. Auch wenn Menschen, die unter Sprechangst leiden, wissen, dass ihre Angst unbegründet ist, hilft ihnen das nicht weiter: Die Furcht vor dem Versagen ist stärker.

Betroffene geben unterschiedliche Ängste an:

  • sich nicht genau verständlich zu machen
  • zu stottern oder zu zittern
  • rot zu werden
  • nicht ernst genommen zu werden
  • ausgelacht zu werden
  • die Zuhörer zu langweilen
  • kritisiert zu werden
  • nicht anzukommen
  • kein Ton herauszubringen

 

Bei all diesen Befürchtungen spielt die Grundangst vor Ablehnung durch andere eine wesentliche Rolle. Selbst wenn die Betroffenen davon überzeugt sind, dass sie etwas Wichtiges zu sagen haben, fehlt ihnen das Vertrauen, es anderen Menschen auf eine verständliche Art und Weise mitzuteilen. Sie glauben daran, abgelehnt zu werden oder sich peinlich zu verhalten. Man spricht in diesem Zusammenhang von Glaubenssätzen. Die Betroffenen sind davon überzeugt: Ganz egal was Sie vortragen, sie stoßen auf Ablehnung.

Mein Coaching bei Sprechangst

Auf keinen Fall sollte eine Sprechangst medikamentös behandelt werden. Medikamente können nicht das Problem der Sprechangst auflösen, sondern allenfalls beruhigend wirken. Viel hilfreicher ist es, die Ursachen der Angst herauszuarbeiten und aufzulösen. In den meisten Fällen handelt es sich um einen unbewussten inneren Konflikt. Zum Auflösen dieser Konflikte hat sich ein systemisches Coaching mit prozessorientierten Ansätzen bewährt.

Aktualisiert am 12.11.2018

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