Angst zu reden – unbegründete Angst entsteht meist unbewusst

Angst zu reden - vor Gruppen und Publikum

Sie stehen vor einer Menschengruppe und haben Angst zu reden? Macht Ihnen allein der Gedanke, vor vielen Menschen zu sprechen, Angst?  Leiden Sie bereits bei der Vorstellung, öffentlich zu reden unter Schweißausbrüchen und zittrigen Händen? Lassen Sie lieber den Vorstandskollegen das Wort ergreifen?

 

Inhaltsangabe
Jeden kann es treffen
Redeangst aus dem Leib gebrüllt
Positive Nachricht
Unbegründete Angst entsteht meist unbewusst
Weiterführende Links

Die Angst zu reden kann jeden treffen

Ein Phänomen, das viele Menschen kennen oder zumindest schon mal bei anderen feststellen konnten. Sehr routinierte und für ihre Aufgabe spezialisierte Personen sollen einen Vortrag halten und kommen ins Straucheln, sie verhaspeln sich oder bekommen kaum ein Wort heraus. Die Angst zu reden hat sie fest im Griff und lässt sie nicht mehr los. Diese Schwierigkeit kann jeden treffen, den „kleinen Mann“ genauso, wie den Geschäftsführer einer großen Firma. Selbst Politiker können Angst vor öffentlichen Reden bekommen.

Sprechängstlichkeit wird als eine Störung des „normalen“ Sprechens einer gesunden Person angesehen. Die Angst zu reden unterscheidet sich damit von der pathologischen Logophobie. Dabei handelt es sich um eine Angst vor Situationen, die unangemessen ist.

In einem noch weiteren Sinne versteht man unter der Angst zu reden auch jegliche Nervosität eines Menschen vor oder während einer Situation, in der er vermehrter sozialer Aufmerksamkeit begegnet. Das kann bei einer Präsentation, einem Vortrag, einem Referat, aber auch bereits bei einem formellen Gespräch mit mehreren Menschen der Fall sein.

Nun könnte man annehmen, dass es sich bei der Angst vor Gruppen zu sprechen um ein riesiges Problem handelt, gegen das man einfach nichts unternehmen kann. Diese Annahme ist allerdings falsch, denn es gibt Wege und Möglichkeiten, diese Ängste aufzulösen. Dazu sollte man sich allerdings professioneller Hilfe anvertrauen.

Ungefähr 40% aller erwachsenen Deutschen leiden unter der Angst, vor Gruppen oder einem großen Publikum, zu reden. Eine große Karrierebremse, die viele daran hindert, sich beruflich und/oder persönlich weiterzuentwickeln.

Wenn jemand vor einem Publikum reden muss, ist ein gewisses Maß an Nervosität oder Aufregung für eine gute Leistung durchaus hilfreich. Ab einem bestimmten Punkt aber, der von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, kann sich die Redeangst einschränkend auswirken.

Oftmals steht hinter der Angst, vor anderen Menschen zu reden, die Angst, bewertet zu werden oder einen Fehler zu machen.

Bei der Sprechangst geht es nicht darum, was einer sagt, sondern wie er sich dabei fühlt.


Ich habe mir meine Redeangst aus dem Leib gebrüllt

Schon immer wollte ich gerne in einem Beruf arbeiten, der mit vielen Menschen zu tun hat. Dennoch stand ich mir selbst im Weg, da ich Angst hatte, vor vielen Menschen zu sprechen. Ich konnte einfach nicht authentisch sein. Zum Glück habe ich einen Ausbildungsplatz als Hotelfachfachmann bekommen und in einem Familienhotel in Österreich gelernt. Hier konnte ich auch meine Redeangst überwinden.

Während der Ausbildung musste ich verschiedene Stationen des Hotels durchlaufen und fing an, im Zimmerservice zu arbeiten. Betten machen, putzen und Staub wischen gehörten genauso zu meinen Tätigkeiten wie auf die Ordnung in den Zimmern zu achten und in die Kissen immer einen Knick zu machen, genauso wie das Ende der Toilettenpapierrolle zu falten – damit der Gast sehen kann, dass hier gearbeitet wurde. Beim Zimmerservice in dem Familienhotel in Österreich musste ich nicht viel reden und meine Chefin, die Hausdame, kontrollierte stichprobenartig meine Arbeit, so dass ich eigenständig arbeiten konnte. Danach wurde ich in dem Familienhotel in Österreich an die Rezeption versetzt. Hier wurde es bereits schwieriger mit der Konversation, aber ich musste nicht vor einer größeren Menge an Menschen sprechen, sondern mit maximal einem Gast auf einmal. Meine Englischkenntnisse konnte ich aufbessern und das Buchungssystem im Computer machte mir viel Spaß.

Sobald ein Kunde auf die Rezeption in dem Familienhotel in Österreich zusteuerte, und somit direkt zu mir kam, wurde mir anfangs mulmig und mein Bauch wurde unruhig. Sobald ich jedoch sicherer war in dem was ich tat, und mehr Wissen über die Buchungen und die Kundenberatung gewann, desto ruhiger und selbstbewusster konnte ich meine Gäste bedienen und beraten. Schon bald nahm ich nicht mehr die Farbe einer Tomate an, wenn ich nicht wusste, was ich sagen sollte. Im Zweifelsfall gab ich an, meinen Vorgesetzten fragen zu müssen weil ich noch Auszubildender sei. Dies klappte in allen Eskalationsfällen zuverlässig weil die Gäste ihre Probleme nicht mit einem Auszubildenden klären wollten. Leider ging auch meine Lehrzeit an der Rezeption des Familienhotels in Österreich dem Ende zu und ich sollte in die Küche, um zu lernen, was meine Kollegen dort jeden Tag leisteten. In der Küche war, auf den ersten Blick, das reinste Chaos ausgebrochen. Mehr als 20 Kollegen schienen willkürlich durcheinander zu laufen und ihren Tätigkeiten nach zu gehen. Ich durfte anfangs Kartoffeln schälen und aus einer Ecke das wilde Treiben um mich herum beobachten.

Nach und nach lernte ich alle Posten kennen und half so mal bei der Vorspeise, dann beim Hauptgericht und auch beim Dessert, leckere Gerichte für unsere Gäste zusammen zu stellen. Dann jedoch folgte mein persönliches Desaster: ich sollte die hineinkommenden Bons vom Service annoncieren. Was das bedeutet? Lautstark in eine Horde von Köchen, Auszubildenden und Küchenhilfen die gewünschten Gerichte zu brüllen. Wer in der Küche leise murmelt, wird nicht wahrgenommen. So konnte ich meine Redeangst überwinden. Nachdem ich drei Tage lang annoncieren musste, kann ich nun vor beliebig vielen Menschen sprechen ohne aufgeregt zu sein oder Angst zu haben. Mein selbstbewusstes Auftreten habe ich mir quasi aus dem Leib gebrüllt.

Die positive Nachricht

Die Angst, vor Leuten zu reden, lässt sich auflösen. Und das schneller als Sie es vielleicht für möglich halten.

Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn Sie sogar Spaß daran haben könnten, vor Gruppen zu sprechen oder eine öffentliche Rede zu halten. Sie halten das für unmöglich? Ich werde Ihnen beweisen, dass es durchaus möglich ist, Redespaß zu empfinden.

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Die Angst zu reden entsteht nicht auf der bewussten Ebene

Die Angst, vor Leuten zu reden, entsteht durch Muster, die auf der unbewussten Ebene ablaufen. Auf der bewussten Ebene lässt es sich kaum erklären, warum jemand Angst vor etwas bekommt, obwohl er doch weiß, dass ihm keinerlei Gefahr droht. Aus meiner Sicht ist es deshalb reine Zeitverschwendung, auf dieser Ebene nach Lösungen und Erklärungen für dieses Phänomen zu suchen. Auf der unbewussten Ebene sind Veränderungen der einschränkenden (Muster) Prozesse jedoch durchaus möglich, weil sich hier auch die (unbewussten) Ressourcen für die Lösung des Problems befinden.

Hat man den (unbewussten) individuellen Prozess, der für die Schwierigkeit verantwortlich ist herausgearbeitet, kann eine gezielte Intervention das einschränkende Muster aufbrechen.

Die Erfahrungen aus meinen zahlreichen Coachings haben gezeigt, dass sich die einschränkenden unbewussten Prozesse und Muster meiner Klienten sehr stark ähneln. Man könnte auch behaupten, dass es sich hierbei um Meta-Muster handelt, die sich generalisieren lassen. Aus diesem Grund finde ich relativ schnell den wesentlichen Punkt, der Ihre „Angst zu reden“ entstehen lässt.

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Aktualisiert am 29.06.2018

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