Angst vor Referaten – ein Gastartikel

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Mein Name ist Emine, das ist türkisch und bedeutet die Furchtlose, die Vertrauensvolle, die Vertrauenswürdige, die Selbstsichere. Ich bin 27 Jahre alt und mein Vorname ist normalerweise Programm für mich. Ich bin sehr abenteuerlustig und sportlich, reise gerne abseits der üblichen Touristenpfade in entlegene Gebiete und betreibe z. B. diverse herausfordernde Sportarten, wie Motocrossrennen und Wildwasser-Kanu-Fahren. Ich liebe nun mal die Herausforderung und stelle mich ihr gerne. Irgendwie ist das auch der Grund, warum ich mich entschieden habe, Sport und Geografie auf Lehramt für die Sekundarstufe I zu studieren. Die Altersgruppe der 10 -16jährigen samt deren pubertären Belastungen stellt sicherlich noch mal besondere Anforderungen an eine Lehrkraft, denen ich mich voller Enthusiasmus stellen wollte. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meine Eltern, die diese Zeit mit ihrer pubertierenden, unternehmungsfreudigen Tochter erfolgreich durchgestanden haben und mir immer unterstützend zur Seite standen. Nur in einer Sache konnten auch sie mir bis heute nicht helfen, nämlich, meine irrationale Angst vor Vorträgen und Referaten in den Griff zu bekommen. Das hört sich sicherlich sonderbar an bei jemanden, der im Laufe der Jahre, mit dem Rucksack und ohne tiefergehende Sprachkenntnisse, den Nahen Osten von der Türkei bis zum Jemen bereist hat. Jedoch hätte ich jeder Zeit lieber ohne einen Rial in der Tasche in einem entlegenen iranischen Dörfchen nach Arbeit gesucht als das nächste Referat über die geologischen Gegebenheiten dieser Region zu halten. Schon während meiner Schulzeit bescherte mir die Angst vor Referaten schlaflose Nächte und zitternde Knie und ich drückte mich darum, wann immer es ging, übernahm lieber umfangreichere Ersatzaufgaben. Mit dieser Strategie kam ich gut durch meine Schulzeit. Doch nun stand mir die Angst vor Referaten massiv im Wege beim erfolgreichen Ergreifen meines Traumberufes. All meine Selbstsicherheit ließ mich gnadenlos im Stich und ich war ein zitterndes, schwitzendes Nervenbündel vor dem nächsten Referat. Sollte ich mit dieser Angst vor jedem Referat wirklich Lehrer werden? In meiner Verzweiflung über diese Situation, aber mit dem festen Entschluss, etwas zu ändern, suchte ich mir professionelle Unterstützung, um meine Angst vor jedem Referat zu besiegen. Ich unterzog mich einem Redeangst Coaching, das mir half, eigene Lösungswege zu entwickeln und ließ mich bei der Umsetzung von Lösungsstrategien von meinem Coach begleiten. Heute habe ich mein Referendariat, inclusive aller Referate, erfolgreich absolviert und trete nach den Sommerferien meine erste Anstellung als Lehrerin an.

 

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