Redeangst – wenn die Aufmerksamkeit anderer Menschen zur Qual wird

In der Psychologie wird Redeangst als leichte Form von Sozialangst gewertet. Eine extreme Ausprägung von Redeangst („krankhafte“ Form) wird als Logophobie bezeichnet. Diese Angst ist gekennzeichnet durch ein konsequentes Vermeidungsverhalten von Situationen, in denen vor Gruppen gesprochen werden muss.

Ungefähr 30 Prozent der Bevölkerung stehen nicht gern im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer Menschen. Die meisten von ihnen würden liebend gern gelassen vor Gruppen stehen und ihre Redeangst überwinden.


Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie viel Spaß Sie ertragen können, wenn Sie im Mittelpunkt stehen?



Fällt es Ihnen schwer, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von anderen Menschen zu stehen?

Können Sie Aufmerksamkeit nicht ertragen?

Reagiert Ihr Körper mit Symptomen, wenn Sie im Mittelpunkt stehen?

Haben Sie vor Ihrem Vortrag oder Ihrer Präsentation schlaflose Nächte?

Gehen Sie Präsentationen aus dem Weg?

Schränkt Sie Ihre Angst, im Mittelpunkt zu stehen, in Ihrer beruflichen/geschäftlichen Entwicklung ein?

Sagen Sie in Meetings nichts, obwohl Sie es gern würden?

Haben Sie bereits mit dem Gedanken gespielt, wegen Ihrer Redeangst den Beruf zu wechseln?

Die Lösung

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Uwe Hampel

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Redeangst überwinden - Gelassen und sicher präsentieren


 

Inhaltsangabe

Redeangst kurz und knapp

Ängste von Menschen können sehr unterschiedliche sein
Sprechangst
Kommunikationsangst
Lampenfieber vs. Redeangst
Ausprägung von Redeangst
Redeangst Ursachen
Redeangst Symptome
Angst vor der Angst

Redeangst kann sich sogar bis zu einer Panik steigern
Gehirne sind auch bei Redeangst nicht kooperativ
Der Mensch hat zwei Gehirne, die bei Redeangst in einem Konflikt stehen
Wo Redeangst entsteht und aufgelöst werden kann

Redeangst – kurz und knapp

Wie Redeangst entsteht

Die Angst, sich vor Gruppen zu präsentieren ist eine unbegründete Angst. Im Grunde weiß man, dass von der Menschengruppe keine Gefahr für Leib und Leben droht. Trotzdem reagiert der Körper mit Angstsymptomen. Der Verstand denkt: Du brauchst keine Angst vor der Gruppe zu haben und kannst gelassen bleiben. Trotzdem zeigt der Körper Angstsymptome.

Das bedeutet, bei Redeangst handelt es sich häufig um einen Konflikt zwischen dem Verstand (Neocortex) und den Emotionen (Gefühle entstehen im limbischen Gehirn und werden durch den Körper ausgedrückt (Emotion)).

Redeangst wird auch oft durch Gedankenmuster erzeugt. Negative Glaubensätze der eigenen Leistung, Abwertungen auf der Identitäts-Ebene oder die Bewertung, wie man beim Publikum ankommen wird, spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Redeangst.

Folgende Meta-Gedankenmuster sind, meist unbewusst, in Gehirnen verankert:

  • die Situation wird als unangenehm und bedrohlich bewertet
  • die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten werden abgewertet
  • es werden gedankliche Horrorszenarien produziert
  • abwertende Glaubenssätze lenken von der eigentlichen Aufgabe der Präsentation oder des Vortrags ab
  • für das eigene Versagen wird bereits im Vorfeld ein „Drehbuch“ geschrieben.

Wo Redeangst entsteht

Durch das Gefühl der Bedrohung (Angst) setzt das sympathische System des vegetativen Nervensystems vermehrt die Botenstoffe Noradrenalin und Adrenalin frei. Die Reaktions- und Leistungsbereitschaft ist stark erhöht. Der Körper ist bereit zu kämpfen oder zu fliehen.

Allerdings können wir in sozialen Umgebungen aber nicht einfach weglaufen oder zuschlagen.

Deshalb kann es zu einer Überkonzentration der genannten Botenstoffe kommen, denn sie können nicht schnell genug abgebaut werden. Es kommt ja zu keinerlei körperlicher Tätigkeit.

So muss der Körper reagieren mit:

  • erhöhtem Puls und Blutdruck
  • Erröten
  • Schwitzen
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Anspannung der Körpermuskulatur
  • Veränderung der Gedächtnis- und Wahrnehmungsfunktionen.

Warum Redeangst entsteht

Aus meiner Sichtweise ist Redeangst die Angst vor Nähe. Von Redeangst Betroffene können das Gefühl der Aufmerksamkeit von anderen Menschen nicht aushalten, weil es ihnen nicht vertraut ist. Im Grunde genommen aber sind sie sich selbst gegenüber nicht nahe und nicht aufmerksam genug,

Warum?

Weil ihnen in der Kindheit nicht gezeigt wurde, wie das geht.


Die Ängste von Menschen können sehr unterschiedlich sein.

Einige fürchten sich vor dem Fliegen oder davor, mit dem Auto zu fahren. Andere haben Angst vor harmlosen Spinnen oder fürchten sich in engen Räumen.
Manche Menschen können die Aufmerksamkeit von anderen Personen nicht aushalten, weil Sie Angst haben, im Mittelpunkt zu stehen.

Um mit ihren Ängsten leben zu können, haben Betroffene bestimmte Strategien entwickelt:

    • Wer unter Höhenangst leidet, setzt sich nicht in ein Flugzeug
    • Der Aviophobiker benutzt öffentliche Verkehrsmittel
    • Der Spinnen-Phobiker geht nicht in den Keller
    • Wer Angst auf der Autobahn hat, fährt auf der Landstraße

Was aber ist mit Menschen, die Angst vor Aufmerksamkeit und Nähe haben?

Geht man Menschen-Gruppen einfach aus dem Weg, wenn man Angst vor sozialen Interaktionen hat?

Im privaten Bereich mag das möglicherweise einigermaßen gut funktionieren.

Im beruflichen Kontext wird es schwieriger. Hier ist es fast unmöglich, Situationen zu vermeiden, in denen man vor oder mit Gruppen kommunizieren muss.

Deshalb haben es Menschen mit Redeangst besonders schwer, ihre Angst zu akzeptieren.

Vielen Sprechängstlichen ist das aufgeregte Gefühl vertraut, vor anderen Menschen reden zu müssen. Einige können bereits schon aufgeregt sein, wenn sie mit einer Person reden müssen, die in der Hierarchie (Chef) über ihnen steht.

Unangenehme Gefühle können sowohl von einem einzelnen Gesprächspartner als auch von einer Gruppe von Menschen hervorgerufen werden.

Redeängstliche haben in den meisten Fällen Angst in bestimmten Situationen. Deshalb könnte man die Angst auch als Redesituationsangst bezeichnen. Die Angst tritt bei Ihnen erfahrungsgemäß immer nur in ganz bestimmten Situationen auf.

Diese Situationen können Angst erzeugen und werden deshalb vermieden und unterdrückt:

  1. vor Gruppen sprechen
  2. mit unbekannten Personen sprechen
  3. mit autoritären Personen sprechen
  4. Wünsche offen äußern
  5. Forderungen von anderen ablehnen
  6. offen Kritik äußern
  7. über eigene Gefühle sprechen
  8. Smalltalk
  9. in Fachgruppen diskutieren
  10. an Diskussionen teilnehmen
  11. in Meetings aktiv werden

Ob in diesem Kontext von Redeangst, Sprechangst, Lampenfieber, Publikumsangst oder Redehemmung gesprochen wird, ist für den inneren Prozess, der die Angst erzeugt unerheblich.

Die psychologische Definition von Sprechangst lautet:

Sprechängste sind erlernte, flüchtig oder andauernd auftretende Befürchtungen und sorgen, gefühlsmäßige oder körperliche Reaktionen auf vorgestellte oder tatsächlich zu vollziehende „Leistungen“ (vortragen, vorsprechen, rezitieren, vorsingen, sich vorstellen, diskutieren usw.) vor einem imaginären oder realen Publikum. (Kriebel 2014)

Wie hoch ist der Leidensdruck?

Stellen Sie sich eine Skala von 0 bis 100 vor. 0 steht für keine Redeangst. 100 steht für starke Redeangst.

Wo ordnen Sie sich auf dieser Skala ein?

Je mehr Sie unter Ihrer Redeangst leiden, je häufiger Sie Redesituationen vermeiden und je stärker Sie Ihre Redeangst bewerten, desto ausgeprägter ist sie möglicherweise.

Beantworten Sie diese Fragen für sich:

    • Wie stark leiden Sie unter Ihrer Redeangst?
    • Worauf müssen Sie im privaten Bereich wegen Ihrer Redeangst verzichten?
    • Welche beruflichen Konsequenzen hat Ihre Redeangst?
    • Gibt es Situationen in Ihrem Leben, die Sie wegen Ihrer Redeangst vermeiden?

Gegen seine Redeangst etwas zu unternehmen hängt von drei Faktoren ab:

  1. Von der Höhe des Leidensdruck
  2. Von den Auswirkungen auf die berufliche Weiterentwicklung
  3. Von den Auswirkungen auf das soziale Ausdrucksvermögen

Selbstlernkurse oder Ratgeber reichen meistens nicht aus, Redeängste zu lösen.

Sie brauchen unbedingt fachliche Unterstützung bei:

  • einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten
  • andauernden depressiven Verstimmungen
  • körperlichen Symptomen: Schlafstörungen oder Müdigkeit
  • körperlichen Beschwerden: Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Magenschmerzen usw.
  • plötzlich auftretenden Panikattacken

Diese Symptome können ein Hinweis darauf sein, dass es sich nicht nur um eine isolierte Redeangst handelt, sondern die Schwierigkeit bereits komplexer geworden ist. In diesem Fall ist therapeutische Hilfe angesagt.

Angst sollte immer differenziert betrachtet werden

Viele von Redeangst Betroffene wollen Ihre Angst loswerden. Das ist verständlich, aber unrealistisch.

Ein Leben ohne Angst ist gefährlich. Denn Angst schützt uns vor Bedrohungen und ist deshalb zum Überleben wichtig.

Wenn ein Betroffener überhaupt keine Angst mehr haben möchte, setzt er sich damit nur selbst unter Druck. Und dieser verzerrte Selbstanspruch ist kontraproduktiv für jede Therapie.

Wenn Sie unter Redeangst leiden, kann es sehr nützlich sein, die positiven Eigenschaften von Angst näher zu betrachten.

Eine gesunde Angst kann uns auch aktivieren und zu Höchstleistungen antreiben.

Wir bereiten uns auf Prüfungen besser vor oder sind als Seminarleiter konzentrierter. Auch Schauspieler spielen bei der Premiere mit erhöhter Anspannung.


Sprechangst, Redeangst und Kommunikationsangst

Als Sprechangst werden die Ängste bezeichnet, die beim Sprechen vor und mit anderen Personen entstehen.

Man unterscheidet zwischen Redeangst und Kommunikationsangst:

  • Bei der Redeangst steht der öffentliche Charakter des Sprechens im Vordergrund. Der Leistungsaspekt und die Möglichkeit der Bewertung des Sprechers durch die Zuhörer spielen eine Rolle.
  • Bei der Kommunikationsangst ist das Sprechen in sozialen Interaktionen generell verknüpft mit Befürchtungen des Versagens

Menschen, die unter Sprechangst bzw. Redeangst leiden, haben Schwierigkeiten wenn Sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von anderen Menschen stehen. Man könnte auch sagen, die Betroffenen können Aufmerksamkeit nicht aushalten. Ein Vortrag, eine Präsentation oder ein Referat zu halten ist für sie die wahre Hölle. Vor (vielen) Menschen zu stehen und angeschaut zu werden erzeugt in ihnen Angst. Und die Angst davor (Angst vor der Angst) kann sich sogar bis zu einer Panik steigern.

Und es braucht nicht einmal ein großer Auftritt sein. Sprechangst kann sich auch bei Meetings, in der Schule und bei Telefongesprächen bemerkbar machen. Die Angst kann sogar bei einem Gespräch unter Freunden entstehen oder auch im Familienkreis können Betroffene Schwierigkeiten haben

Bei der Sprechangst geht es nicht darum, was einer sagt, sondern wie er sich dabei fühlt.

Lampenfieber vs. Redeangst

Lampenfieber wird auch manchmal mit Redeangst gleichgesetzt. Diese beiden Begriffe haben allerdings eine unterschiedliche Bedeutung. Lampenfieber ist in einem normalen Maß nämlich eine natürliche körperliche Anspannung/Aufregung vor einem (großen) Auftritt. Lampenfieber gehört daher eher in den künstlerischen Kontext, wenn es um einen Bühnenauftritt geht.

Ausprägung von Redeangst

Die Angst zu reden kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie kann sich als leichte bis starke körperliche Anspannung mit entsprechenden Symptomen bemerkbar machen. Sie kann aber auch als panikartige Sozialangst auftreten.

Häufige negative Erfahrungen mit der Angst vor Menschen zu sprechen, können einen sozialen Rückzug verstärken und die Entwicklung einer pathologischen Sozialen Phobie begünstigen. Eine krankhafte Angst vor dem Sprechen wird dann als Logophobie einem spezifischen Subtyp zugeordnet.

Alle Formen sozialer Ängste haben einen gemeinsamen Nenner: Betroffene können Nähe und Aufmerksamkeit von anderen Menschen nicht ertragen, weil ihre Gehirne es bislang nicht trainiert haben.

Was nicht bedeutet, dass sie es nicht nachholen können.

Redeangst Ursachen

Emotional besetzte Erlebnisse in der Kindheit und Jugend prägen jeden Menschen. Deshalb entsteht der Nährboden für Redeangst oder Sprechangst meist in der Kindheit. Die Angst vor Ablehnung wichtiger Bezugspersonen gehört zu den Urängsten der Menschheit.  Sie kann in der Kindheit des Individuums ein (unbewusstes) Verhaltensmuster entstehen lassen, das ein Leben lang bestehen bleibt. Eventuell ein misslungenes Referat in der Schule, bei dem man ausgelacht wurde. Oder bei einer ähnlichen Situation gab es Kritik von einer Bezugsperson (Lehrer). Vermeidungsverhalten verstärkt dann die Angst und endet in einem Teufelskreis, den die Betroffenen oftmals ohne Hilfe nicht durchbrechen können.

Redeangst Ursachen auf den Grund zu gehen ist aus meiner Sicht nicht nötig. Wenn man die Ursachen für seine Redeangst kennt, bedeutet das ja nicht, dass man nun Gelassen vor der Gruppe stehen kann.

Redeangst oder Sprechangst kann sich aber auch durch bestimmte Meta-Muster der Grundpersönlichkeit einer Person entwickeln. Übertriebene Strukturiertheit oder Perfektionismus können dazu beitragen, die Aufmerksamkeit von einer Menschengruppe nicht aushalten zu können. Aber auch Menschen mit wenig Selbstbewusstsein können eine Redeangst entwickeln. Ebenso ist Introvertiertheit ein Nährboden für die Entstehung von Angst vor Gruppen zu sprechen.

Redeangst Symptome

Bei Redeangst können folgende Symptome auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Beschwerden in Magen und Darm
  • Nackenverspannungen
  • müde und matt
  • Schwitzen
  • Zittern der Hände
  • Tunnelblick
  • Erröten
  • Blutdruck steigt an
  • Herzrasen
  • Atmung wird schneller und flacher
  • Schwindelgefühle
  • Harndrang
  • Schluckbeschwerden (Kloß im Hals)
  • Appetitlosigkeit oder Heißhungerattacken
  • Blackout
  • zittrige Stimme, stottern
  • fahrige, ungelenke Bewegungen
  • ein Gefühl, wie in Trance zu sein
  • hektische Flecken auf der Haut
  • starke innere Unruhe
  • Anspannung
  • Einschlaf- und Durchschlafstörungen

Die Angst vor der Angst

Beinahe jeder kennt das unangenehme Gefühl, das einen beschleicht, wenn man vor Publikum sprechen soll. Manche Menschen sind dann so nervös, dass sie zu zittern beginnen, die Stimme bricht oder ein Blackout droht. Wer das einmal erlebt hat, läuft Gefahr, Angst vor der Angst zu entwickeln. Denn das ist ganz normal: waren wir einmal in einer für uns unangenehmen Situation, trachten wir danach, sie zukünftig zu vermeiden. Da hilft es auch nicht, wenn man seine Sache trotz der Angst und Nervosität eigentlich gut gemacht hat. Was zählt – und was bleibt – ist die Erinnerung an die negativen Gefühle. Auch bei Prüfungen kann eine ähnliche „vorausahnende“ Angst entstehen, die den Betroffenen schon beim bloßen Gedanken an eine Prüfungssituation die Schweißperlen auf die Stirn treibt.

Sensibilisierung – der Anfang eines Teufelskreises

Sobald es soweit ist, dass man seine Gefühle in einer solchen Situation als Angst versteht, wird man auch sensibler auf die ersten Anzeichen. Man sucht dann regelrecht nach dem Zittern in der Stimme oder dem hitzigen Gefühl des Rotwerdens. Das ist auch verständlich – denn man will ja vermeiden, sich zu blamieren oder zu versagen. Doch durch dieses intensive „Nachspüren“ wird alles nur noch schlimmer. Vor einem wichtigen Auftritt, einer geschäftlichen Rede oder einem Vorstellungsgespräch ist es ganz normal, ein wenig nervös und aufgeregt zu sein. Es ist eine gesunde Stressreaktion. Versucht man aber, diese Regungen zu unterdrücken, wird man bemerken, dass das nicht geht. Durch diesen Mangel an Kontrolle über sich selbst entsteht Angst – die Angst davor, Angst zu haben. Wir bewerten das, was eine normale Reaktion auf Stress ist, ganz falsch. Das ist ein Teufelskreis, denn so verstärken sich diese Symptome automatisch.

Die Angst ist tief verankert

Bei den meisten Menschen hat sich dieses Bewertungsmuster schon in der Kindheit herausgebildet. Ob beim Referat in der Schule oder in einer anderen Situation – wer einmal in einer Situation große Angst verspürt hat, lernt daraus, dass er diese Angst auch beim nächsten Mal haben wird. Das ist eine negative Erwartungshaltung, die sich dann auch selbst erfüllt. Wir wissen durch Untersuchungen, dass die körperlichen Reaktionen von Menschen mit Sprechangst sich nicht von Menschen ohne Sprechangst unterscheiden. Lediglich die Bewertung dieser Symptome ist unterschiedlich – die einen sehen darin die ersten Anzeichen von Angst und Panik, während die anderen ihre körperlichen Regungen als schlichte und ganz normale Anspannung interpretieren. Menschen mit Sprechangst erinnern sich dann häufig an Versagenssituationen, die vor ihren inneren Augen ablaufen. Sie stellen sich alle möglichen Szenarien vor, in denen sie sich lächerlich machen und vor denen sie Angst haben – und schon ist der Teufelskreis aktiviert. Man hat Angst vor der Angst und schon zeigen sich die ersten echten Angst-Reaktionen, die man eigentlich vermeiden wollte. Der Körper reagiert also richtig auf das eigentlich falsche Gefühl der Bedrohung.

Aus dem Teufelskreis ausbrechen

Um Sprechangst zu überwinden, muss also zuerst an der Neu-Bewertung der normalen Stresssymptome gearbeitet werden. Das kann – wie jeder andere Lernprozess – seine Zeit brauchen. Man muss sich klar machen, dass man in keiner lebensbedrohlichen Situation ist und das, was man fühlt, keine Angst, sondern Nervosität ist. Das erfordert, laufend auf sich zu hören und seine automatischen Reaktionen zu korrigieren. Sobald das eingeübt ist, können sich Körper und Geist entspannen.

So macht sich Redeangst bemerkbar
Redeangst wird auf drei Ebenen deutlich:

  1. auf der körperlichen Ebene
  2. auf der gedanklichen Ebene
  3. auf der Verhaltensebene.

1.) Die körperliche Ebene

Betroffene, die unter Redeangst leiden, fühlen in Redesituationen vor Gruppen eine soziale Bedrohung. Das sympathische System des vegetativen Nervensystems setzt bei Angst vermehrt die Botenstoffe Noradrenalin und Adrenalin frei. Die Reaktions- und Leistungsbereitschaft ist stark erhöht. Der menschliche Körper ist bereit zu kämpfen oder zu fliehen.

Allerdings können wir in sozialen Umgebungen nicht einfach weglaufen oder zuschlagen. Deshalb kann es zu einer Überkonzentration der Botenstoffe kommen, weil sie nicht schnell genug abgebaut werden können, da es zu keinerlei körperlicher Tätigkeit kommt.

Aus diesem Grund reagiert der Körper mit:

  • erhöhtem Puls und Blutdruck
  • Erröten
  • Schwitzen
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • Anspannung der Körpermuskulatur
  • Veränderung der Gedächtnis- und Wahrnehmungsfunktionen.

Damit die gesamte Energie für den Abbau des Adrenalins zur Verfügung steht, kommt es zu einer reduzierten Verdauung, nachdem sie zunächst angeregt wurde.

Manche Menschen sind nach einer Rede so stark erschöpft, als wären sie 10.000 Meter gesprintet.

Meistens reagiert im Körper das schwächste Glied in der „Organkette“ mit den stärksten Symptomen.

Jeder von Redeangst Betroffene reagiert auf den Stress individuell und empfindet auch die Symptome unterschiedlich.

Ähnliche aktivierende körperliche Reaktionen gibt es auch in anderen Situationen, die mit Redeangst nichts zu tun haben:

  • bei Fieber
  • bei sexueller Erregung
  • nach sportlicher Betätigung
  • bei Hitze oder Kälte
  • durch die Einnahme von Medikamenten oder Aufputschmitteln
  • Konsum von Kaffee oder Alkohol.

Allein nur die Reaktionen auf der körperlichen Ebene können noch nicht als Angst wahrgenommen werden. Körperliche Symptome werden erst durch bewertende Gedanken zu Symptomen der Angst.

Erst durch eine gedankliche Bewertung kann ein erhöhter Puls ein Anzeichen von Angst sein.

Aber wie sehen diese inneren Kognitionen im Detail aus?

2.) Die gedankliche Ebene

Die Entstehung von Redeangst wird primär durch Gedankenmuster und Eigenbewertungen gesteuert. Die negativen Bewertungen der eigenen Leistung und die Einschätzung, wie man beim Publikum ankommt spielen eine wichtige Rolle für Menschen, die unter Redeangst leiden.

Meistens gibt es folgende Gedankenmuster in den Gehirnen:

  • die Situation wird als unangenehm und bedrohlich bewertet
  • die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten werden abgewertet
  • es werden gedankliche Horrorszenarien produziert
  • abwertende Glaubenssätze lenken von der eigentlichen Aufgabe der Präsentation oder des Vortrags ab
  • für das eigene Versagen wird bereits im Vorfeld ein „Drehbuch“ geschrieben.

Alle Bewertungsmuster und Glaubenssätze können

  • vor
  • während oder/und
  • nach Redesituationen auftreten.

Besonders die Antizipationen wirken sich einschränkend auf die Emotionslage des Sprechers aus.

„Sie werden mich zerfetzten.“, „Sie werden mich angreifen und bloßstellen.“, „Alle lachen mich aus.“ usw.

Mit solchen Gedanken wird ein Redner mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht mit einem guten Gefühl vor seine Zuhörer treten können. Und seine Körpersprache wird bei seinem Auftritt dem Publikum verraten, was er über sie denkt.

3.) Die Verhaltensebene

Negative und abwertende Gedanken erzeugen schlechte Gefühle. Diese werden sich natürlich auf das Verhalten eines Menschen auswirken. Das gilt auch bei Redeangt.

Das Sprechverhalten wird sich verändern, wenn die Gefühlslage in den Keller geht.

Folgende äußere Symptome können bei Redeangst beobachtet werden:

Stimme

  • die Stimmlage ist zu hoch
  • die Lautstärke ist zu leise
  • die Sprechmelodie klingt mechanisch
  • die Stimme klingt zittrig

Flüssigkeit der Aussprache

  • unpassende Pausen
  • das Sprechtempo ist schnell
  • die Wortfindung ist verzögert
  • es kann Sprechblockaden geben
  • Versprecher kommen vor

Atmung

  • erhöhte Atemfrequenz
  • der Redner schnappt nach Luft
  • die Atmung findet überwiegend im oberen Brustbereich statt

Mund und Kehle

  • Räuspern
  • häufiges Schlucken

Gesichtsausdruck

  • angespannte Gesichtsmuskulatur
  • starrer Ausdruck
  • kein Augenkontakt zum Publikum

Körperhaltung

  • die Hände zittern
  • Körperstarre
  • angespannte Muskulatur
  • sich wiederholende Bewegungen

Tendenziell kann Redeangst zwei Verhaltensmuster erzeugen. Entweder wird alles schneller gemacht oder es wird alles langsamer gemacht. Anders ausgedrückt: Die Geschwindigkeit von Verhalten nimmt entweder zu oder ab.

In der Stressforschung gibt es für dieses Phänomen folgende Begründung:

In einer Stress erzeugenden Situationen versuchen wir entweder, um jeden Preis die Kontrolle zu behalten oder wir resignieren und lassen die Dinge über uns ergehen (Blöte et al. 2009).

Denken, Fühlen, Verhalten

Auf diesen drei Ebenen kann es bei Redeangst zu Schwierigkeiten kommen.

Finden Sie heraus, auf welcher Ebene sie besonders leiden.

Sie können dann für diese Ebene individuelle Bewältigungsstrategien testen.

Oftmals kann eine Veränderung auf einer Ebene auch zu einer Veränderung auf einer anderen Ebene führen.


Redeangst kann sich sogar bis zu einer Panik steigern

Im Gegensatz zum „normalen“ Lampenfieber kann Redeangst Betroffene komplett blockieren. Manche von ihnen berichten, dass sie vor Freunden und Verwandten durchaus ohne Schwierigkeiten stehen und ganz entspannt etwas vortragen oder erzählen können. Aber vor einer offiziellen fachlichen Präsentation können sie allerdings Tage oder Wochen vorher eine Panik entwickeln. Der Grund dafür: Sie haben Angst einen Fehler zu machen und sich zu blamieren. Selbst wenn sie wissen, dass ihre Angst unbegründet ist, hilft das von Redeangst Betroffenen selten weiter: Die Furcht vor dem Versagen ist stärker.

Gehirne zeigen auch bei Redeangst wenig Kooperationsbereitschaft

Menschliches Verhalten und Empfinden entstehen zu über 90 Prozent auf der unbewussten Ebene. Anders ausgedrückt: Über 90 Prozent von allem was wir tun, macht unser Gehirn quasi ganz ohne uns. Sozusagen vollautomatisch. Und das Gehirn fragt uns nicht einmal, ob uns das gefällt, was es für uns tut. Dieser Grundsatz gilt auch bei Sprechangst. Wer seine Redeangst überwinden möchte, sollte sich mit den unbewussten Prozessen befassen. Auf der bewussten Ebene ist es für viele Betroffene durch Atemübungen, Entspannungstechniken, Autogenes Training, Rhetorik-Kursen usw. nicht möglich, ihre Ängste und körperlichen Reaktionen aufzulösen. Ich halte es deshalb für reine Zeitverschwendung, es zu versuchen, denn Gehirne sind nicht kooperativ und ihnen ist es egal, wie es Ihnen geht.

Fast alle Tipps gegen Redeangst bekämpfen lediglich die Symptome und helfen in der akuten Angstsituation. Sie lösen aber die mentale Blockade nicht auf, die Redeangst entstehen lässt.

Kommunikationsangst und Redeangst werden oft durch innere Überzeugungen begründet, zu scheitern und sich lächerlich zu machen. Oftmals haben wir Überzeugungen und Annahmen über uns selbst (innerer Konflikt), die uns daran hindern, unser wahres Potential zu entfalten. Mit diesen Konflikten können wir nicht authentisch werden und gelassen vor der Gruppe stehen.

Diese unbewussten Denkmuster können aber aufdeckt und in konstruktive interne Kommunikationsmuster umgewandelt werden. So können Sie in Zukunft sogar Freude empfinden, wenn Sie eine Rede halten und die Aufmerksamkeit auf Sie gerichtet ist.

Wer sich selbst und seine Stärken kennt, stärkt sein Selbstbewusstsein vor der Gruppe.



Der Mensch hat 2 Gehirne, die bei Redeangst in einem Konflikt stehen

Es gibt Individuen, die vor Publikum ganz frei und gelassen sprechen können. Sie sind dabei auch noch absolut natürlich und wirken authentisch. Für Menschen mit Redeangst ist es unverständlich, dass Gelassenheit vor Gruppen überhaupt möglich ist. Wer unter Sprechangst leidet wirkt meist alles andere als gelassen, verliert den roten Faden, stottert und schwitzt. Das kommt beim Publikum in der Regel eher weniger gut an.

Es gibt viele gut gemeinte Ratschläge, wie man seine Angst vor Vorträgen und dem Präsentieren überwinden kann. Doch wirklich authentisch werden können Sie erst, wenn das kognitive Gehirn und das limbische System (emotionale Gehirn) im Einklang sind. Anders ausgedrückt: Authentisch und gelassen vor der Gruppe stehen können Sie nur wenn Ihr Verstand und Ihre Emotionen eine einheitliche Sprache sprechen.

Damit alle Ebenen der Kommunikation die gleiche Botschaft senden, muss man sich vor der Gruppe von hinderlichen Selbstbewertungen und inneren Konflikten lösen. Erst dann ist man authentisch und kann eine Redehemmung überwinden.

Die psychologische Definition von Sprechangst

Sprechängste sind erlernte, flüchtig oder andauernd auftretende Befürchtungen und sorgen, gefühlsmäßige oder körperliche Reaktionen auf vorgestellte oder tatsächlich zu vollziehende „Leistungen“ (vortragen, vorsprechen, rezitieren, vorsingen, sich vorstellen, diskutieren usw.) vor einem imaginären oder realen Publikum. (Kriebel 2014)


Wo Redeangst entsteht und aufgelöst werden kann

Angstsymptome entstehen durch gedankliche Bewertungen. Anders ausgedrückt: Damit Sie Angst vor einer Situation haben können, müssen Sie die Situation bewerten.

Merke: Gedanken erzeugen Gefühle.

Diese angsterzeugenden Bewertungsmuster sind den meisten Menschen allerdings nicht bewusst. Häufig erzeugen sie ihre Schwierigkeiten, weil sie sich vorstellen was passieren wird, wenn sie bestimmte Handlungen ausführen werden.

Ihre Gehirne erzeugen Bilder und Filme von Szenarien über ihr Versagen. Und die Gehirne wiederholen diese Vorstellungen immer und immer wieder. So oft, bis sie darin wahre Meister geworden sind und ihre Synapsen ein Muster gebildet haben. Und dieses Muster wird den von Redeangst Betroffenen so vertraut, dass es zu einem Teil ihrer Persönlichkeit werden kann. Auf diese Art und Weise lassen Gehirne aus Gedanken Redeangst entstehen und halten die Angst am Laufen.

Und das Ganze geschieht, ohne dass die Betroffenen wissen, dass es geschieht. Anders gesagt: Es geschieht unbewusst.

Beispiele von Szenarien, die Redeangst erzeugen:

  • Ein von Redeangst Betroffener macht sich zum Beispiel ein Bild davon, wie er einen Vortrag vor einer Menschengruppe hält und dabei so lächerlich wirkt, dass er von allen Zuhörern ausgelacht wird.
  • Ein Unternehmer, der extrem unter Redeangst leidet, stellt sich vor, wie er bei Präsentationen ständig seinen Text vergisst.
  • Ein Manager hat eine klare Vorstellung davon, wie er in Meetings versagt, weil er seine Meinung nicht offen kommunizieren kann.

Ich halte es für sehr hilfreich, dem Bewertungsprozess auf die Spur zu kommen, der die Angst erzeugt, die dann durch körperliche Symptome sichtbar wird, anstatt sich mit den Symptomen zu befassen.

Wenn der unbewusste Prozess bekannt ist, also ins Bewusstsein geholt wird, kann ich meine Klienten dabei unterstützen ihn zu verändern und durch hilfreiche Assoziationen zu ersetzen.

Im Wesentlichen besteht meine Arbeit darin, meinen Klienten

  1. einschränkende Prozess bewusst zu machen,
  2. sie aufzulösen und
  3. nützliche Ressourcen zu integrieren.

Über 90 Prozent verlaufen unbewusst

Empfindungen und Verhaltensmuster werden bei uns Menschen zu über neunzig Prozent auf der unbewussten Ebene erzeugt. Sinnvoll ist es deshalb, auch auf dieser Ebene zu arbeiten um diese einschränkenden unbewussten Prozesse aufzulösen.

Wenn Sie unter Redeangst leiden und Ihre Schwierigkeiten überwinden möchten, sollten Sie sich genau mit diesen unbewussten Prozessen befassen. Ich unterstütze Sie dabei.

In meinem Coaching werden wir:

  1. Ihren unbewussten Redeangst-Prozess herausarbeiten
  2. den einschränkenden Prozess auflösen
  3. Ressourcen integrieren
  4. Strategien entwickeln, wie Sie mehr „Standing“ bei Ihren Vorträgen und Präsentationen bekommen.