Partnerschaft – Liebe, Lust und Leidenschaft gehören dazu

Heiße Liebe und Erotik satt – das ist kennzeichnend für eine neue Partnerschaft. Doch das alles lässt mit der Zeit nach, und ist ganz und gar keine Garantie für eine lange und glückliche Partnerschaft.

Der Alltag hält in jeder Beziehung Einzug – das ist nicht zu ändern. Doch ob eine Partnerschaft daran zerbricht oder wächst, ist eine Frage des Zusammenhalts.

Wirkliche Liebe ist ein Rezept für eine glückliche Beziehung, und diese hat nur wenig mit Sex und Leidenschaft zu tun. Auch Respekt und Achtung gehören dazu, Wertschätzung, und den anderen so zu akzeptieren, wie er nun einmal ist – so hat man sich schließlich auch in ihn verliebt.

Liebe auf den ersten Blick gibt es – doch sie ist eher selten. Und selbst wenn; damit ist noch lange nicht sicher, dass diese auch ein Leben lang hält. Liebe und Partnerschaft folgen verschiedenen Kriterien, denn es kommt immer darauf an, welche Personen und Lebensumstände daran beteiligt sind.

Liebe kann nicht geplant werden, nicht erzwungen und lässt sich nicht steuern. Sie kann uns überwältigen, und alles auf den Kopf stellen. Dass man dieses Gefühl zulässt, kann in gewisser Weise gesteuert werden, doch auch wenn uns die Naturgewalt ganz ungeplant überkommt – sie ist keine Garantie für ein langes, glückliches Zusammenleben.

Die heiße, erotische Liebe der Anfangszeit kann zu Ende sein, noch ehe das Paar ein Jahr zusammen ist. Sie kann aber auch in eine harmonische Beziehung münden. Partnerschaft ist planbar, und lässt sich gestalten. Daran muss gearbeitet werden, auch, wenn am Anfang die großen Liebesgefühle waren, und man sich dies nicht vorstellen kann.

Der Volksmund sagt: „Gegensätze ziehen sich an“. Das kann durchaus so sein, um der Liebe erst den richtigen Schub verleihen. Doch es kann auch ganz anders verlaufen. Die Liebe folgt ihren eigenen Gesetzen, und kann in den meisten Fällen nicht beeinflusst werden.

Für eine gute Partnerschaft muss es Gemeinsamkeiten geben. Das Grundverständnis, die Lebensentwürfe, sie sollten zusammenpassen. Weltanschauung und Wertvorstellung beispielsweise sollten sich decken, damit man gut zusammen leben kann.

Gemeinsames verbindet – das kann ein Hobby sein oder der Beruf, Kinder oder Reisen… Denn wer viel Gemeinsames hat, führt meist eine harmonischere Partnerschaft.

Partnerschaft, Liebe und Sexualität im Alter

Liebe und die Beziehung zu einem Partner reifen mit der Zeit und verändern sich. Es ist völlig normal, dass sich die Liebe in Phasen verändert, deshalb ist es auch unangebracht, immer wieder Vergleiche mit der Anfangszeit anzustellen. Das führt nur zu Unzufriedenheit und falschen Erwartungen bzw. Enttäuschungen. Erwartungen herunterzuschrauben kann helfen. Denn das, was man nun gemeinsam erlebt, sollte wertgeschätzt werden, ohne Vergangenem hinterherzutrauern. Besonders in puncto Sex werden viele Paare geradezu von der Umwelt bedrängt. Fernsehen und Internet präsentieren eine ewig junge Liebe, die von Sex und heißer Erotik lebt. Dies führt dazu, dass alle Paare, bei denen dies nach einigen Jahren nicht mehr so ist, ein schlechtes Gefühl haben. Doch das ist ganz umsonst.

Der Heidelberger Sexualwissenschaftler Prof. Ulrich Clement spricht davon, dass nach langen Jahren die Sexualität keine geringere Qualität haben muss, auch wenn es vielleicht seltener passiert. Dafür ist eine gewisse Vertrautheit da, da sich auch das Liebesspiel mit der Zeit weiterentwickelt. Wie sich der Sex und die Lust dazu mit den Jahren verändert, ist bei jedem Menschen anders. Manche genießen den Sex im Alter viel mehr, weil sie mutiger zu ihren Bedürfnissen stehen und später dazu stehen, dass sie den Sex nun besser finden als in jungen Jahren.

Leidenschaft verblasst – na und?

Sex im Alter war ein großes Tabu bis vor einigen Jahren. Doch heute leben wir freier und offener. Inzwischen ist klar, und darf auch kommuniziert werden, dass Liebe und Sex im Alter immer noch eine Rolle spielen. Körperliche Fitness vorausgesetzt, haben viele ältere Menschen viel Spaß am Sex. Doch was wird daraus, wenn die Leidenschaft verblasst ist? Das ist sehr individuell, und selbst Wissenschaftler haben darauf keine allgemeingültige Antwort.

Doch sicher ist: aus der Leidenschaft wird bei gleichzeitiger Liebe keine Leere entstehen. Sie verliert vielleicht an Bedeutung, doch der Liebe tut das in einer intakten Beziehung keinen Abbruch.

Erfüllende Partnerschaft – die Drei gehören zusammen…

Liebe, Lust und Leidenschaft gehören zusammen. Frisch Verliebte brauchen nicht mehr als sich selbst und möchten die Zweisamkeit genießen. Sie wollen nichts, was ihr Glück unterbricht. Doch etwas kommt mit den Jahren dazu: eine wichtige Komponente, die beiden gleich wichtig ist. Das können die gemeinsamen Kinder sein oder das Hobby, welches gemeinsam ausgeübt wird. Aber auch das gleiche Ziel kann das sein, wie ein gemeinsames Haus… Dieser Verbindung zwischen den Partnern ist für eine Beziehung wichtig und schafft Stabilität.

Weiterhin sind Rituale nötig, damit Partner wirklich zusammen leben und nicht nebeneinander. Das „WIR“ ist wichtig. Rituale können ganz unterschiedlich sein: immer am Samstag zusammen ins Kino zu gehen oder gemeinsam am Sonntag ausgedehnt zu frühstücken. So schafft man sich Gemeinsamkeiten, und wertvolle gemeinsame Zeit. Das ist die Basis für eine gute Beziehung.

Partnerschaften müssen gepflegt werden

Ein bisschen ist es mit der Liebe wie mit einem Fahrzeug: es muss gepflegt werden, und ab und zu ein TÜV ist wichtig. In der Liebe gibt es so etwas nicht, aber es ist zu ersetzen durch gemeinsame Gespräche, auch über die Beziehung.

Können die Partner offen zusammen kommunizieren, können sie Probleme erkennen, bevor es zum „Unfall“ kommt, um im Bild zu bleiben. Auch gemeinsam mit Stress oder schlimmen Situationen umzugehen, kann hilfreich sein und sorgt für Zufriedenheit.

Die Sexualtherapeutin Dr. Ulrike Brandenburg rät, eine Art „Beziehungs-TÜV“ ab und an durchaus einzulegen, und über alles zu sprechen, was im Argen liegt oder auch gut läuft. So erkennt man rechtzeitig, wenn sich die Partner entfremden oder die Vorstellungen zu sehr auseinandergehen. Wichtig dafür ist eine sogenannte Kommunikationskultur, in der jeder sagen kann, was er sagen möchte. Beziehungsarbeit muss sein, wenn es auf Dauer funktionieren soll, und setzt die Bereitschaft voraus, Hilfe in Anspruch zu nehmen und lernfähig zu bleiben.

Wertschätzung und Dankbarkeit

Damit keine Entfremdung entsteht, sondern vielmehr eine glückliche und zufriedene Partnerschaft bleibt, sind Wertschätzung und Dankbarkeit wichtige Dinge. Nähe und sich verstehen sind nicht hoch genug zu bewerten.

Die Kommunikationsfähigkeit wird durch Stress herabgesetzt, so lautet es in Studien. Stressbewältigung ist daher ein wichtiger Baustein bei einer harmonischen Beziehung. Eine Mauer des Schweigens, welches immer wieder einer der Beziehungskiller ist, kann auch stressbedingt entstehen.

Eine Partnerschaft kann durch den Alltagsstress in Bedrängnis geraten. Dem zu widerstehen, ist keine leichte Aufgabe. Doch wer sich klar macht, dass eine Beziehung eine ständig veränderte Baustelle ist, tut sich damit leichter, das positiv zu bewerkstelligen.

Wer positiv in seiner Grundhaltung ist, wertschätzend und dankbar, wird es ohnehin leichter im Leben haben. Und genauso sollte man dem Partner die Wertschätzung entgegenbringen, die er sich wünscht und die er verdient hat. Sie geht häufig verloren, wenn sich zwei Menschen voneinander entfernen. Deshalb lohnt es sich, daran zu arbeiten. Kein Partner sollte für selbstverständlich hingenommen werden. Der Alltag bietet so manche Möglichkeit und Situation, in der wir dem Partner zeigen können, wie wertvoll er uns ist und dass wir ihn lieben.

Partnerschaft – weiterführende Links

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