On-Off-Beziehung – die unklare Aussicht in die Zukunft

Eine Liebe zerbricht, das ist alltäglich, auch wenn es für die Betroffenen meist alles andere als das ist. Doch mitunter kommen getrennte Paare auch wieder zusammen; meist ist das ein Grund zur Freude. Doch dann gibt es noch die sogenannten On-Off-Beziehungen, in denen die Partner sich immer wieder trennen und wieder zusammenkommen – ohne feste Bindung und mit viel Freiheit. Der Name hat sich entwickelt aus dem Sprachgebrauch – etwas ein-und ausschalten zu können. Doch selten trifft dies den Willen Beider.

Niemand kann Gefühle ein-und ausschalten. Deshalb ist es fraglich, warum es manchen Menschen so schwer fällt, sich zu einem Partner zu bekennen oder sich von diesem dauerhaft zu trennen. Auch wenn es als modern gilt: die Wenigsten fühlen sich mit so einer „Liebe“ wohl. Sie suchen mitunter auch Hilfe; sei es bei Freunden oder auch zusammen in einer Therapie. Dabei soll entweder eine dauerhafte Beziehung stabilisiert werden, oder aber die Trennung endgültig besiegelt sein.

Oft hat mindestens einer der Partner noch andere Beziehungen nebenher – Flirts oder Affären zumindest. Doch dann ist der Ärger besiegelt: ist man untreu, wenn man aus einer solch merkwürdigen Beziehung ausbricht? Gibt es Grund zu Vorwürfen, wenn sich einer anderweitig orientiert, obwohl er nicht glaubt, in einer stabilen Beziehung zu stecken?


Was sind On-Off-Beziehungen? – Beziehungen ohne feste Bindung und mit viel Freiheit. Ein Ständiger Wechsel zwischen Trennen und Zusammenkommen.


Lieber allein als zu Zweit einsam

Dieser alte Spruch bewahrheitet sich bei solchen On-Off-Beziehungen vielfach. Denn die meisten würden wohl antworten, dass sie lieber allein wären, als in dieser unglücklichen, unklaren Beziehung zu stecken, aus der sie sich aber nur selten befreien können.

Liebe und Verantwortung füreinander, dauerhaftes Glück – so etwas gibt es nur mit Vertrauen und Beständigkeit. Genau daran fehlt es aber in solchen Beziehungen. Schließlich gibt es einen Grund dafür, sich zu trennen. Wenn mindestens einer von Beiden einsieht, dass er mit dem Partner unglücklich ist, und die Reißleine zieht, ist das meist die richtige Entscheidung. Dass dies schmerzlich ist, ist jedem klar, und führt nicht selten zu einer persönlichen Krise. Doch es ist ein klarer Schnitt, der besser ist, als unglücklich zu sein. Und es gibt Hoffnung, den oder die Richtige zu finden.

Aber was ist, wenn man es immer wieder mit dem oder der gleichen versucht, wider besseren Wissens? Meist sind dann auch Familie oder Freunde irgendwann genervt, weil sie wissen, dass sie in einiger Zeit wieder zum Trösten und Helfen benötigt werden, obwohl sie schon jetzt vor einer Neuauflage warnen.

Sehen beide ein, dass eine Trennung ein Fehler war, oder die Gründe dafür aus der Welt geschafft sind, kann es durchaus sinnvoll sein, einen Neuanfang zu wagen. Aber dies kann kein zweites oder drittes Mal funktionieren. Wer feststellt, dass er nicht ohne den anderen kann, aber auch nicht mit ihm, der sollte auf die Suche nach den Ursachen gehen.

Meist sind es Bindungsängste, die zu solch merkwürdigen Konstellationen führen. Entscheidungsschwäche natürlich, wirtschaftliche Abhängigkeit. Dazu können auch noch die entsprechenden Charakterzüge kommen, wie Bequemlichkeit oder mangelnder Respekt. Manche wollen auch einfach nicht erwachsen werden, und wollen/können dies auch nicht ändern.

Üblicherweise suchen Menschen Partnerschaften, auch wenn diese, besonders in ganz jungen Jahren, noch nicht für ein Leben lang ausgelegt sind. Aber es soll Harmonie herrschen und Liebe, Respekt und Vertrauen. Gerade dies ist in einer On-Off-Beziehung aber nicht möglich. Denn mit der Trennung stellt man offiziell fest, dass es nicht der oder die Richtige war und man sich weiter nach dem idealen Partner umsehen muss.

Für die meisten Menschen resultiert daraus, dass sie allen besser aufgehoben wären, als in dieser sich um sich selbst drehenden Beziehung. Dennoch kommen sie nicht von diesem drehenden Kreis los: sie sehnen sich immer wieder nach diesem einen Menschen, wohl wissend, dass sie nicht zusammenpassen. Verdrängen gehört dazu, aber auch Gewohnheit und eine gewisse Absurdität.

Partnerschaft oder doch Trennung?

Eine grundlegende Einigkeit in wichtigen Dingen ist die Voraussetzung für eine Partnerschaft. Nur dann kann man auch konstruktiv um das Eine oder Andere streiten oder gemeinsame Pläne verwirklichen. Ist dies so, tut man sich schwer mit einer Trennung, das ist klar – und zumeist suchen Partner auch Lösungen, um eine Trennung oder Scheidung zu umgehen.

Ist dieser Schritt jedoch unumgänglich, sollte er so vonstatten gehen, dass man sich und seinem Gegenüber weiter in die Augen sehen kann. Die Selbstachtung sollte ebenso wenig leiden, wie der Respekt dem anderen gegenüber. Doch genau darum geht es in der On-Off-Beziehung – die Achtung vor sich und dem Partner verschwindet mit der Zeit, weil sich Gefühle, die sich oft wiederholen, abnutzen.

Grund für eine On-Off-Beziehung ist es meist, dass die Beziehung oder auch die Trennung falsch eingeschätzt werden. So werden die guten Seiten einer Beziehung überschätzt, und die Gründe, die zur Trennung geführt haben, unterschätzt. Steht wiederum eine Trennung ins Haus, ist es oft umgekehrt.

Wie kann man sich aus einer On-Off-Beziehung lösen?

Um verbindlich zu werden, müssen beide Partner entscheiden, was dauerhaft die Lösung sein soll: zusammen oder getrennt. Mit folgenden Fragen kann eine Strategie entwickelt werden. Dabei sollten aber beide ehrlich sein, auch und vor allem gegenüber sich selbst.

  • Haben wir einen Nutzen aus dem ständigen Hin und Her? Welche Vorteile hat das?
  • Welche Gedanken beherrschen mich: dass ich lieber und besser allein leben würde, oder wie man besser zu Zweit klarkäme?
  • Wann fühlt sich die Unverbindlichkeit richtig an, wann belastet sie?
  • Welche Gründe verhindern, dass wir dauerhaft zusammen sind; warum bekenne ich mich nicht klar zu ihm/ihr?
  • Welche Gründe verhindern, dass ich mich dauerhaft trenne?
  • Schreibe das Für und Wider auf – welche Liste wird länger?

Stress bedeutet eine solche Beziehung auf alle Fälle. Am besten ist, sich zunächst in der Trennungssituation darüber klar zu werden, was genau passiert und warum man dies wieder ändern möchte. Die Gefühle müssen dazu erst einmal wieder zur Ruhe kommen. Hilfreiche Unterstützung bekommen Sie dabei  von einem Beziehungscoach.

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