Ehekrise überwinden – Beziehungscoach beantwortet deine Fragen

Eine zufriedene und andauernde Partnerschaft zu leben, klingt einfacher als es ist. Geschätzt drei Viertel aller Beziehungen misslingen, da es keine ehrlichen Gespräche über Wünsche, Einstellungen, Vorhaben, Bedürfnisse usw. mehr zwischen den Partnern gibt. Aber wie lässt sich eine Ehekrise überwinden?

Die Königsregel lautet: Offene und vertrauensvolle Kommunikation ist das A & O jeder Zweisamkeit! Die meisten Probleme in der Ehe können durch eine aufgeschlossene Konversation entschärft, bewältigt und überwunden werden.

Eine Partnerschaft zu führen bedeutet tägliche Arbeit, auch wenn sich das merkwürdig anhört.

Wie definiert sich „Arbeit“ in diesem Fall?

Überrascht man den Partner mit Geschenken und anderen Aufmerksamkeiten, dann ist das ein wichtiger Teil der Beziehung.

Unternimmt man erfreuliche und interessante Aktivitäten und schenkt dem Partner Zeit, gehört das zu den wesentlichen Bestandteilen einer Partnerschaft.

Das Allerwichtigste für eine glückliche Beziehung ist allerdings eine vertrauens- und verständnisvolle Kommunikation. Dies ist ein Lernprozess, in dem viele wichtige Aspekte mitschwingen, u. a. Selbstreflexion, Akzeptanz, Toleranz, Mitgefühl und Bereitschaft. Das Fundament eines ausgewogenen Dialogs zwischen den Partners ist ein hartes Stück Arbeit, das man sich erkämpfen muss, denn über die Auseinandersetzung mit sich und den Bedürfnissen des Partners kann sich eine solide, glückliche und wohlwollende Basis für eine jahrelange Beziehung auf Augenhöhe entwickeln.

Wie umgeht man Beziehungsprobleme?

Ob im Beruf, in der Freizeit oder in der Familie – überall muss man zu jeder Zeit mit Konflikten rechnen. Zwar gibt es bei allen Interessen, Einstellungen und Ansichten viele Schnittmengen unter den Menschen, dennoch bleibt jeder Mensch ein Unikat und verbirgt hinter seiner Persönlichkeit individuelle Bedürfnisse und Prinzipien. Lebt man in einer festen Partnerschaft zusammen, teilt man mehr als nur Emotionen und Gedanken – das tägliche Einerlei, die finanziellen Grundlagen, die gemeinsamen Pläne, den Wohnraum und verschiedene Hobbys.

Und diese geistige, gefühlsmäßige und physische Nähe erzeugt unweigerlich auch Reibungspunkte.

Wie können Paare es abwehren, dass sich aus einer unvermeidbaren Meinungsverschiedenheit unverrückbare Streitpunkte entwickeln?

Wie kann man verhindern, dass aus diesem Konflikt eine handfeste Ehekrise entsteht, die dazu führt, dass man die Nähe des anderen nicht mehr erträgt und die Zuneigung leidet?

Die über allem schwebende zentrale Frage lautet:

Wie können die Partner die existierenden Ehekrise überwinden?

Die einfache Antwort ist: Kommunikation!

Wer offene Gespräche führt und dem Partner seine Wünsche, Vorstellungen und Auffassungen verständlich erklären kann, hat Chancen, dass der Lebenspartner Verständnis und Einsicht erlangt und auf die Wünsche eingeht. Insbesondere bei Beziehungen, die über Jahrzehnte bestehen, verfällt man allzu leicht der Erwartung, dass der andere ahnt und fühlt und von sich aus erkennt, welches Bedürfnis es zu befriedigen gilt. Viel zu schnell wird verdrängt, dass niemand in den Kopf und das Herz eines anderen Menschen hineinschauen kann. Und die Redewendung „jdm. etwas von den Lippen/Augen ablesen“ stimmt auch nur begrenzt. Jedes Verlangen sollte stets unmissverständlich geäußert und anschließend vom Partner wohlwollend registriert und geachtet werden.

Voraussetzungen für die Überwindung von Ehekrisen

Die beiden Bedingungen für die Bewältigung der Eheprobleme sind einfach und klar zu benennen, aber die Umsetzung verlangt Vertrauen und Überwindung, Mut und Wertschätzung von beiden Partnern. Bei der Offenheit gegenüber einem anderen Menschen geht es einerseits um die Bereitschaft zur Reflexion der eigenen Situation und Person und andererseits um eine entgegenkommende und respektvolle Gesprächsatmosphäre. Seine innersten Bedürfnisse, Sorgen und Ängste zu offenbaren, verlangt einen sicheren Rahmen und eine Vertrautheit, denn man möchte keine psychischen Verletzungen erleiden.

An dieser Stelle bedingen sich zwei Sichtweisen – zum einen brauchen gute Gespräche persönliche Nähe und Vertrauen, zum anderen entsteht dies erst durch eine achtsame und aufgeschlossene Kommunikationskultur.

Im Grunde ist es von elementarer Bedeutung, schon ganz am Anfang einer Partnerschaft an einem verständnisvollen Austausch zu arbeiten. Die starke Zuneigung, die Bereitschaft und die Liebesgefühle sind dann noch so intensiv, dass man gern auf den anderen eingeht und sich mit offenen Ohren und viel Verständnis begegnet. Mit fortwährender Dauer der Beziehung müssen beide Partner unentwegt an der Zuwendung und Nähe arbeiten, damit die Offenheit und die vertraulichen Gespräche erhalten bleiben und ein ausgewogenes, zufriedenes Klima in der Partnerschaft herrscht.

Ein enorm wichtiger Schritt muss vor jedem partnerschaftlichen Gespräch vollzogen werden.

Dabei geht es um die Selbstreflexion, denn man kann nur die eigenen Wünsche kommunizieren, die einem selbst bewusst sind. Erst wenn man seine Bedürfnisse erkennt und konkret benennen kann, ist man in der Lage, sie seinem Partner verständlich zu vermitteln. Die Selbstreflexion wird somit zum Zugang und zur Lösung für eine glückliche Partnerschaft. Ist man sich im Klaren über den Umfang seines Ärgers oder seiner Verletzung und weiß man die Hintergründe und Ursachen seiner Wut oder seiner Unzufriedenheit zu analysieren, erst dann kann man mit dem Partner nachvollziehbar darüber sprechen.

Warum stößt es einem immer wieder bitter auf, wenn der Partner in der Wohnung keine Ordnung halten kann? Wieso ist man stets betrübt, wenn man von den außerhäuslichen Freizeitaktivitäten des Partners ausgeschlossen wird? Weshalb fühlt man sich erniedrigt, wenn der Partner nie über sein Leben im Beruf berichtet?

In langjährigen glücklichen Beziehungen kennen sich die Ehepartner möglicherweise schon sehr gut. Die Gespräche miteinander helfen dann, um tiefer in sein Inneres einzudringen und Erkenntnisse über sich selbst zu gewinnen. Neu auftretende Partnerprobleme können so besser und schneller gelöst werden. Wichtig für die Kommunikation ist, dass die Rückmeldung des anderen richtig aufgenommen und objektiv bedacht wird.

Wie kann man gemeinsam Klärungen vornehmen?

–             Die erste Voraussetzung zur Bearbeitung von Beziehungsproblemen ist die beiderseitige Zustimmung, die Krisen im offenen Gespräch bewältigen zu wollen

–             Die nächste Bedingung ist eine ruhige, abgeklärte, vernünftige Gesprächsatmosphäre, die man erreichen kann, wenn die ersten Gefühlsausbrüche nach einer angemessenen Pause verebbt sind. Neben einem zeitlichen Abstand zwischen Ereignis bzw. Anlass und Gespräch sollte auch berücksichtigt werden, dass keiner der beiden Partner angespannt, abgelenkt oder erschöpft ist, wenn eine problematische Situation in einer kritischen Konversation diskutiert wird.

–             Als dritter Aspekt ist darauf zu achten, auf welche Weise man miteinander spricht. Vorwürfe und Zurechtweisungen schaffen Distanz und führen nicht zu keinem fruchtbaren Ziel. Ein guter Rat ist das Senden von Ich-Botschaften, die die eigene Befindlichkeit und die Emotionen gut zum Ausdruck bringen können, z. B. „Ich fühle mich in meinem Bedürfnis nach Ordnung eingeschränkt, wenn du …“ oder „Ich wünsche mir, dass du mich stets informierst, weil ich …“. Der Partner kann solche Arten der Äußerungen besser annehmen, als wenn ihn eine Beschuldigung wie „Ich möchte, dass du deine Zusagen einhältst! Aber vermutlich machst du das absichtlich, damit ich auf dich warten muss!“ trifft.

–             Ein vierter sehr wichtiger Faktor ist die Tatsache, dass man im Gespräch mit dem Partner immer nur eine Angelegenheit bzw. einen Streitpunkt diskutiert und keinen Rundumschlag über den Ärger der letzten Jahre kreiert. Jeder Konflikt sollte als isoliertes Thema wahrgenommen und besprochen werden.

–             Zuletzt ist auch die Wortwahl während der Kommunikation nicht unwichtig, denn pauschalisierende Urteile wie „Das hast noch nie gesagt!“ und generalisierende Zuweisungen wie „Das machst du immer!“ hemmen die positive Entwicklung und Lösungsfindung in einer Ehekrise. Formulierungen mit „immer“ und „nie“ gehören zu den Tabu-Sätzen.

Wie kann man mit Hilfe einer guten Konversation seine Ehekrisen überwinden?

Als goldener Pfad einer glücklichen Partnerschaft gilt das rechtschaffene, offene Miteinander im ständigen Gespräch. Basierend auf einem vertrauensvollen Lebensumfeld und guten Klima in der Ehe wird es gelingen, eine einfühlsame Kommunikation zu leben und an der Beziehung zu arbeiten. Beide Partner können lernen, ihre persönlichen Bedürfnisse zu äußern, und auf Toleranz, Verständnis und Geborgenheit bauen, sodass eine freudvolle, gemeinsame Zukunft möglich ist.

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