Warum Beziehung-retten-Tipps selten funktionieren

Mein Beziehung-retten-Tipp: Vergessen Sie alle Tipps, die Sie im Internet finden. Gut gemeinte  Beziehungstipps, die Ihre Beziehungskrise bewältigen können, gibt es nicht wirklich. Denn zwischenmenschliche Beziehungen sind komplexe Systeme, in denen wechselseitige Dynamiken entstehen.

Recherchiert man im Internet, wie man eine Beziehung retten kann, findet man in kurzer Zeit viele gut gemeinte Ratschläge und jede Menge Tipps. Und dann stellt man fest, dass die Ratschläge zwar gut sind, doch die Umsetzung misslingt.

Die vielen allgemeinen Grundsätze und Ratschläge lassen sich schwer in den Alltag integrieren. So liest man beispielsweise oft, dass Kommunikation das Wichtigste in einer Beziehung ist und dass man auf die Bedürfnisse und Wünsche seines Partners eingehen sollte.

Menschen haben jedoch Gewohnheiten und (unbewusste) Persönlichkeitsmuster, die schwer zu durchbrechen sind. Und Frau und Mann haben Meta-Bedürfnisse, die die Paare nicht kennen.

Ein gut gemeinter Ratschlag oder Tipp ohne konkrete Handlungsanweisung ist damit wenig hilfreich.

Des Weiteren gehen allgemeine Tipps und Ratschläge zu wenig auf die individuelle Beziehung zwischen zwei Menschen ein. Deshalb können sie nicht dort ansetzen, wo das Problem zwischen den Partnern wirklich liegt.

Kleine Schritte führen zum Erfolg

Wer seine Beziehung retten möchte, sollte sich zunächst darüber bewusst werden, dass Menschen sich nicht von heute auf morgen vollständig ändern können, weil sie nicht wissen wie das geht. Das gilt natürlich auch für ein System, also für eine Beziehung.

Eine gesunde und glückliche Beziehung zu führen bedeutet auch: jeder Partner sollte sich weiterentwickeln.

Es ist wenig hilfreich, einfach nur einen Grundsatz zur Kenntnis zu nehmen oder aufzustellen. Viel nützlicher ist es, sich selbst und das eigene Verhalten in kleinen Schritten zu verändern.

Wer sofort ein anderer Mensch werden möchte, der macht sich selbst etwas vor. Vor allem läuft er Gefahr, schnell keine Energie mehr zu haben und deshalb in die alten Verhaltensmuster zurückzufallen.

Der dadurch entstehende Beziehungsstress ist dann möglicherweise noch viel gravierender als der, der zu der Beziehungskrise geführt hat.

Dies ist mit dem schnellen Abnehmen vergleichbar. Wenn jemand in kurzer Zeit viel abnehmen möchte und aus diesem Grund beschließt, nur noch ganz wenig zu essen oder zu hungern, wird das Abnehmprojekt scheitern. Das Vorhaben wird auf Dauer nicht funktionieren. Es bedarf vielmehr einer gründlichen Ernährungsumstellung in kleinen Schritten. Auf diese Weise kann man sich an neue Muster gewöhnen und Gewohnheiten entwickeln, die dann in Fleisch und Blut übergehen werden.

Ein Tipp darf niemals als etwas Starres aufgefasst werden, der auf Biegen und Brechen sofort umgesetzt werden muss. Langfristig entsteht dann nur Frust und man führt sich das eigene Scheitern vor Augen.

Pauschalisierungen sind wenig hilfreich

Oft scheitert eine gute Umsetzung von Ratschlägen für eine Rettung der Beziehung auch daran, dass sie zu wenig konkret sind. Jede Partnerschaft hat eigene Stärken und Schwächen und ist einzigartig. Auch wenn es oft wiederkehrende Muster und Verhaltensweisen gibt, die zu Streit und Krisen führen, gibt es in jeder Beziehung unterschiedliche problematische und unproblematische Themen.

Die persönlichen Streitthemen in einer Beziehung hängen zu einem nicht unerheblichen Teil mit den verschiedenen Grundpersönlichkeiten der Partner zusammen und mit der Tatsache, dass Frau und Mann unterschiedliche Meta-Bedürfnisse haben.

Jedes Paar hat verschiedene Bereiche, in denen die Harmonie in der Beziehung gestört ist. Daher ist es wichtig, diese Probleme klar zu identifizieren und am Ursprung anzusetzen.

Es ist sehr hilfreich, das Problem immer an der Wurzel anzupacken.

Oft entsteht ein Streit über vermeintliche Kleinigkeiten. Bei genauerem Hinsehen stellt sich dann heraus, dass das Grundproblem viel tiefer liegt und es sich nur um den Tropfen gehandelt hat, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Daher ist es wichtig, Tipps nicht einfach pauschal zu verinnerlichen und keinen konkreten Bezug zur Paardynamik zu nehmen.

Nur, wenn Sie die eigenen Grundpersönlichkeitsmuster und die Meta-Bedürfnisse von Frau und Mann kennen und bereit sind, kleine Schritte zu gehen um hinderliche Gewohnheiten dauerhaft zu ändern, können Sie Ihre Beziehung retten.

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