Lampenfieber – Coaching mit Uwe Hampel

Lampenfieber wird als Anspannung vor einem Auftritt definiert.

Definition: Anspannung, Nervosität und Stress, die ein darstellender Künstler oder Musiker vor oder zu Beginn seines Auftrittes vor einem Publikum hat. Lampenfieber ist eng mit Kamera- und Mikrofonangst verwandt. In einem weiteren Sinne versteht man darunter auch die Anspannung einer Person, die eine Leistung in einem nicht-künstlerischem Zusammenhang erbringen muss oder will und in der die Aufmerksamkeit von Menschen auf sie gerichtet ist. Das kann z.B. bei einem gesellschaftlichen Anlass oder auch beim Sport der Fall sein.

Oftmals ist Lampenfieber untrennbar mit einer unbewussten Erwartungshaltung verknüpft. Der Betroffene malt sich aus, wie das Publikum die Qualität seiner Leistung beurteilt (auch wenn es fachlich meistens dazu gar nicht in der Lage wäre). Aus diesem Grund ist der Übergang zur Prüfungsangst fließend.

In der Psychologie steht Lampenfieber unter dem Begriff performance anxiety und wird als eine Untergruppe der sozialen Angststörungen betrachtet. Die berufsspezifische Ratgeberliteratur unterscheidet zwischen zwei Formen:

  1.  Das „positive“ Lampenfieber wirkt sich als „Eustress“ leistungssteigernd und motivationsförderlich aus.
  2.  Das „negative“ Lampenfieber („Auftrittsangst“, „Podiumsangst“) mindert die Qualität der Leistung.

 

Lampenfieber kann auch abseits der großen Bühnen für viele Menschen zu einem ernsthaften Problem werden: Eine Gehaltsverhandlung, eine wichtige Präsentation  oder ein Vorstellungsgespräch lösen körperliche Symptome aus und der erhoffte Erfolg kann durch diese mentale Blockade torpediert werden.

Symptome

Lampenfieber ist eine akute Stress-Situation mit Symptomen wie: Anspannung, Herzklopfen, körperlicher und emotionaler Beklemmung, Zittern, Konzentrationsmangel, Reizbarkeit, Erröten.

Menschen verhalten sich bei Lampenfieber ebenso unterschiedlich wie bei Stress .

Manche Symptome sind für bestimmte Künstlergruppen problematischer als für andere Betroffene. Für Sänger ist das Austrocknen des Mundes und Rachens, und das daraus entstehende erschwerte Schlucken eine besondere Schwierigkeit. Bei Schauspielern kann Lampenfieber die Stimme schwächen und zu Textvergesslichkeit führen. Bei vielen Künstlern ist die Beeinträchtigung der Feinmotorik durch Lampenfieber ein großes Problem, da zum Beispiel Schauspieler mit einem erstarrtem Gesicht keine fein nuancierten Emotionen darstellen können. Pianisten verlieren den sicheren Zugriff auf die Tasten, wenn die Hände feucht werden. Geiger haben ein großes Problem, wenn ihnen die Bogenhand zittert. Auch andere Instrumentalisten bekommen Schwierigkeiten wenn ihre Hände zittern. Wenn Solisten, weil sie aufgeregt sind, Blackouts erleiden, gehen sie in dem Musikstück unter.

Chronisches Lampenfieber

Lampenfieber kann sich durchaus auch zu einer Sozialen Phobie entwickeln: Wenn an eine unangenehme Auftrittserfahrung eines Künstlers die Angst davor entsteht, vor dem nächsten Auftritt Angst zu bekommen. Es entwickelt sich die Angst vor der Angst. Jetzt befindet sich der Künstler in einer Abwärtsspirale, aus der er ohne professionelle Hilfe möglicherweise nicht mehr herausfindet. Oftmals beginnt jetzt der Missbrauch von Beruhigungsmitteln, Alkohol oder Drogen, um der Angst zu entfliehen. Die Angst beginnt nun, sich noch stärker zu manifestieren, da eine Flucht in die Droge, wie ein Angstverstärker wirkt.

Lampenfieber sollte immer therapeutisch behandelt werden, wenn die Angst so groß ist, dass Betroffene ihren Auftritt oder ein anderes Vorhaben nicht durchführen können. Es spielt dabei keine Rolle ob es sich um eine kleine Gruppe von Menschen handelt oder es um die große Bühne geht.